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SUMMARY:KI für die Demokratie?
DESCRIPTION:Kann Künstliche Intelligenz unsere Demokratie stärken?\n\nDiese
  Frage stand im Zentrum des BC4D-Netzwerktreffens am 9. September in Frankf
 urt. Rund 70 Gäste diskutierten, experimentierten und tauschten sich darübe
 r aus, wie KI sinnvoll für Demokratie, Informationsintegrität und gesellsch
 aftlichen Zusammenhalt eingesetzt werden kann.\n\nDie Ausgangslage ist ambi
 valent. KI kann Informationen in Sekunden zusammenfassen, Texte und Bilder 
 erzeugen und große Datenmengen verarbeiten. Damit eröffnet sie neue Möglich
 keiten, Komplexität zu reduzieren und Menschen leichteren Zugang zu Informa
 tionen zu verschaffen. Gleichzeitig erleichtert KI die Produktion und Verbr
 eitung von Desinformation und Manipulation. Nicht umsonst zählt Desinformat
 ion laut Global Risks Report 2026 des Weltwirtschaftsforums weiterhin zu de
 n größten globalen Risiken.\n\nUnd das Fazit des Tages? Die entscheidende F
 rage lautet nicht, ob KI gut oder schlecht für die Demokratie ist. Entschei
 dend ist, wie wir sie einsetzen. Oder wie Panelist Max Mundhenke es ausdrüc
 kte: KI ist wie ein Hammer. Mit einem Hammer kann man ein Haus bauen – oder
  jemandem schaden. Das Werkzeug selbst entscheidet nicht darüber, was damit
  geschieht.\n\nKomplexität reduzieren – ohne Komplexität zu verleugnen\n\nB
 esonders deutlich wurde das in der Abenddiskussion, von Alina Fichter moder
 iert. Zwei sehr unterschiedliche Projekte zeigten, wie KI Bürgerinnen und B
 ürgern in Zeiten von Social Media und polarisiertem politischen Diskurs Ori
 entierungshilfen bieten kann.\n\nMirko Lange von Democracy Intelligence ste
 llte den Democracy-Score vor – eine Art Nutri-Score für politische Kommunik
 ation: Wie wird mit Fakten umgegangen? Welche Rolle spielen Emotionen? Und 
 fördert eine Aussage eine informierte Meinungsbildung – oder zielt sie vor 
 allem Empörung und Polarisierung?\n\nLange beschrieb das Problem der heutig
 en Aufmerksamkeitsökonomie mit einem einfachen Bild: Der Säbelzahntiger bek
 ommt mehr Aufmerksamkeit als das Gänseblümchen. Zuspitzung schlägt Nuance. 
 Sein Ansatz verbindet deshalb Fact-Checking mit einem Blick auf die emotion
 ale Wirkung politischer Kommunikation – und folgt dem Motto: „Flooding the 
 zone with sense.“\n\nAuch Max Mundhenke beschäftigt sich mit der Frage, wie
  sich politische Komplexität zugänglicher machen lässt. Für die Bundestagsw
 ahl 2025 übersetzte er Wahlprogramme von acht Parteien mithilfe generativer
  KI in Zukunftsbilder. Seine Projekte bundestagswahl.ai und wahl.land zeige
 n nicht, welche Partei man wählen sollte. Sie sollen vielmehr einen Einstie
 g bieten: Wie könnte unser Land aussehen, wenn die Ideen eines Wahlprogramm
 s umgesetzt würden?\n\nGerade für Menschen, die keine 80 Seiten Wahlprogram
 m lesen, können solche Visualisierungen einen neuen Zugang schaffen. Gleich
 zeitig bleibt wichtig: Auch KI-generierte Bilder sind Interpretationen. Sie
  ersetzen nicht die Auseinandersetzung mit politischen Inhalten, können abe
 r einen Anlass schaffen, genauer hinzusehen und miteinander ins Gespräch zu
  kommen.\n\nKI ausprobieren – und kritisch hinterfragen\n\nZuvor hatten die
  Gäste in drei Workshops unterschiedliche Anwendungen und Ansätze selbst au
 sprobiert.\n\nMit Max Mundhenke entwickelten sie in Langdock einen eigenen 
 KI-gestützten Fact-Checking-Assistenten und beschäftigten sich mit Promptin
 g und dem Aufbau von KI-Assistenten. Anna Lorenz und Moritz Wöhlbier von Mi
 nor Projektkontor stellten Democracy.AI vor, eine Plattform, die demokratis
 che Unternehmenskultur mit einer digitalen Toolbox und KI-gestützter Beratu
 ng unterstützen soll.\n\nIm Workshop mit Mirko Lange ging es schließlich um
  die Qualität öffentlicher und politischer Kommunikation – und darum, wie s
 ich demokratische Kommunikation jenseits eines einfachen „wahr oder falsch“
  mit einer Art „Nutri-Score“ bewerten lässt.\n\nDas BC4D-Netzwerktreffen ha
 t vor allem eines gezeigt: Eine demokratische Zukunft mit KI entsteht nicht
  durch große Technologieversprechen. Sie entsteht dort, wo Menschen neue We
 rkzeuge ausprobieren, ihre Grenzen verstehen, kritisch bleiben und Verantwo
 rtung übernehmen.\n\nOder, wie Margot Friedländer sagte: „Seid Menschen.“
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