Journalismus, der verbindet

Medien und ihre Inhalte sind beim BC4D immer wieder ein Thema. Weil die Art und Weise, wie wir Informationen erhalten, verarbeiten und weitergeben, eine wichtige Rolle für die Demokratie spielt.

Welchen Fakten können wir trauen? Wie werden kontroverse Themen in den Medien gespiegelt und verhandelt? Was wird überhaupt zum Thema, und was schafft es nicht auf die Agenda? Wie beeinflusst und verändert die wachsende Creator Economy unser Mediensystem? 

Ergänzend zu den regelmäßigen BC4D-Schulungen zu Desinformation stand das Thema Medien zuletzt mehrfach auf der Agenda. 

Aus nächster Nähe hat die #ClassOf2026 des Leaders for Democracy Fellowship Programms Studios und Redaktion des MDR in Leipzig besucht. Besonders spannend für die jungen Führungskräfte war es, konkret zu erleben, wie dort auf Polarisierung reagiert wird. Nicht mit Klagen, sondern mit neuen, publikumsnahen Formaten wie MDRfragt oder DerStarkeOsten. Diese setzen auf Reichweite durch Relevanz und verweigern sich der Sucht nach schnellen Klicks, die öffentliche Debatten sonst oft prägt. 

Um Klicks und Reichweiten ging es auch im BC4D Digital Talk mit der Journalistin und Buchautorin Mary Abdelaziz-Ditzow. Anlass war ein Podcast mit einem führenden AfD-Politiker, der in kürzester Zeit Millionen Aufrufe verzeichnete. Wir gingen der Frage nach, wie sich die Schere verkleinern lässt zwischen dem, was geklickt und dem, was gesellschaftlich relevant und wichtig ist. 

Wieviel Einordnung müssen Journalisten leisten, wieviel dürfen sie leisten, ohne dass sich das Publikum bevormundet fühlt? Was bedeutet es für den öffentlichen Diskurs, wenn rechtsextreme Verschwörungserzählungen, revisionistische Geschichtsbilder und Falschinformation unwidersprochen stehenbleiben? Verschiebt Wiederholung ohne Widerspruch die Grenzen dessen, was wir für sagbar – und in der Konsequenz irgendwann für normal halten? Und wo verläuft die Grenze zwischen legitimer Debatte und kalkulierter Eskalation? 

Sowohl beim MDR vor Ort als auch im Digital Talk gab es rege Diskussionen.
Denn wie Medien funktionieren, ist keine Nebensache – sondern eine demokratische Kernfrage.

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